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Ballsport mit Vollkontakt

05.05.2017


Beim "Bubble Ball" tragen die Fußballspieler runde Airbags

Bei dieser Fußballvariante ist nicht nur der Ball rund: Die Spieler sind es auch. Sie tragen runde Airbags, die "Bubble" oder "Bumper" (zu Deutsch: Blase oder Stoßfanger) genannt werden.

Gegner anzurempeln und umzustoßen ist damit ausdrücklich erlaubt - und genau darin liegt der Reiz beim "Bubble Ball". Immer mehr Indoor-Hallen bieten den Funsport aus Skandinavien an, der vor allem in Gruppen ab sechs Personen so richtig Spaß macht. Nicht geeignet sind die Bubbles für Schwangere, Menschen mit Herzproblemen, Epilepsie oder Bluthochdruck. Die Spieler müssen in der Regel mindestens zwölf Jahre alt sein und dürfen nicht mehr als 120 Kilogramm wiegen. Die meisten Anbieter fordern eine Mindestgröße von 1,50 Metern. Manche haben auch kleinere Bubbles für Kinder.

Zehn Minuten durchalten
Die Bubbles lasten mit Schultergurten auf dem Oberkörper. Mehrere Kilo ist der etwa eineinhalb Meter große Airbag schwer. Je länger das Spiel dauert, desto stärker macht sich dieses Gewicht bemerkbar. Was unglaublich witzig aussieht, ist durchaus anstrengend: "Erfahrungsgemäß halten die meisten Spieler bei hohem Tempo nicht viel länger als zehn Minuten durch", sagt René Jaber. Der Mitarbeiter im Sportpark Gelsenkirchen beaufsichtigt die Spiele und hilft beim Anziehen der Bubbles. "Brillen sollte man abnehmen", rät René. "Macht aber nichts, durch die Bubbles sieht man ohnehin nicht viel“.

Griffe im Bubble bieten Halt
Damit die Spieler Luft bekommen, ist der Bubble oben offen. Er ragt jedoch weit über den Kopf hinaus und schützt ihn von allen Seiten. "Beim Überschlag sollte man gut die Körperspannung halten", sagt Rene. Griffe im Inneren der Bubbles bieten Halt. Der Spielleiter legt den Fußball auf die Mittellinie und zählt herunter: "Drei, zwei, eins ... " Die Spieler stürmen aufeinander zu, ihre Bubbles prallen zusammen. Die ersten verlieren den Halt und kullern rücklings über den Kunstrasen. Rene muss als Aufsicht nicht viel tun. Einen Schiedsrichter braucht es kaum, schließlich ist das Foulen ja gestattet. Nur das Umstoßen von hinten ist verboten. Ansonsten ist erlaubt, was gefallt.

Nach einigen Minuten läuft der Schweiß
Manchmal wird der Fußball dabei zur Nebensache - so auch bei der Jugendgruppe, die sich jetzt auf dem Feld tummelt. Während die Jungs sich in den Bubbles schubsen und zu Sprüngen und Überschlägen ansetzen, haben sie den Fußball fast vergessen. Nach einigen Minuten läuft der Schweiß. Vor allem das Aufstehen ohne Hände ist auf Dauer ermüdend. Wir haben oft große Gruppen, die nach einigen Minuten die Spieler auswechseln", sagt Rene. "Die ganze Dreiviertelstunde durchzuspielen, schaffen nur ganz wenige Teams.“

Fußball-Hallen mit "Bubble Ball"-Angeboten in der Region
• Soccer World Dortmund, Bunsen-Kirchhoff-Str. 9, Dortmund, www.hallenfussball.de/dortmund
• Cosmo Sports Düsseldorf, Diepenstr. 83, Düsseldorf, www.cosmo-sports.de
• Zoca's lndoor Football Bochum, Zillertalstr. 41, Bochum, www.bochum.zocas.de
• Sportpark Gelsenkirchen, Almastr. 39, Gelsenkirchen, www.sportpark.gelsenkirchen.de

Der gesamte Artikel „Ballsport mit Vollkontakt“ von Anna Ernst ist erschienen in der Beilage „Lust aufs Wochenende“ in der WAZ vom 4. Mai 2017.

Fotos: Andrea Bowinkelmann