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Beispielhafter Impuls für Sport und Bildung


Fachtag „Bildung und Bewegung – Präventiver Kinder- und Jugendsport“ in Dortmund

Rund 250 Teilnehmende aus Kita, Schule und Sport waren rundherum zufrieden. Dafür sorgte Mitte März der StadtSportBund mit dem 1. Fachtag „Bildung und Bewegung – Präventiver Kinder- und Jugendsport" am Goethe-Gymnasium in Dortmund.

Zusammen mit seinen Kooperationspartnern, dem Fachbereich „Schule“ der Stadt Dortmund und dem Fachverband „Turnen“, wurden die Entwicklungen im Landesprojekt „KommSport“ aufgegriffen und die kommunale Bedeutung des „Zusammenspiels“ von Bildung und Bewegung hervorgehoben. Dabei erhielten die Teilnehmenden in zahlreichen praktischen Workshops, Vorträgen und Diskussionen nicht nur Informationen und Anregungen zu Bewegung, Spiel und Sport. Vor allem der fachliche Austausch mit möglichen Kooperationspartnern und neue Entwicklungen im Bereich der Diagnostik, der Prävention und der Intervention standen im Vordergrund.

Lokale Bildungspartner müssen sich vernetzen!
Der Fachtag über Bildung und Bewegung war nicht nur für den SSB Dortmund eine Premiere. Er hat wegen seiner beispielhaften Mischung aus lokalen Bildungsakteuren sicherlich auch landesweit eine Signalwirkung für andere Bünde und Verbände. Dazu Holger Maurer, der bezeichnenderweise nicht nur Mitarbeiter der Schulverwaltung und Vorsitzender der Sportjugend Dortmund ist, sondern auch Sprecher der Sportjugenden der Stadt- und Kreissportbünde bei der Sportjugend NRW: „Ganz wichtig ist die Vernetzung der kommunalen Bildungsakteure, sowohl im System Schule als auch bei der Sportverwaltung. Dabei ist der Sport hier in Dortmund ein Kooperationspartner auf Augenhöhe, ist im ‚Netzwerk Bildungspartner Sport‘ vertreten und hat große Teile der Fachtagung mitgestaltet.“

Experten aus dem Sport
Dass die Veranstaltung schon frühmorgens begann und mitten in der Woche platziert war, klingt für die eher ehrenamtliche Struktur des (Vereins-) Sport ungünstig. Doch Holger Maurer hat dafür eine „innovative“ Erklärung: „Uns war wichtig, insbesondere die Bildungsakteure aus Kita, Schule und offenen Ganztag ins Boot zu holen. Und das funktioniert nur, wenn es schon morgens losgeht. Wir haben aber auch Vereinsvertreter hier und, die Referenten, also die Experten, kommen hauptsächlich aus den Sportorganisationen, vom LSB und aus den Fachverbänden. Das war dem Fachbereich Schule ganz wichtig."

Gelebte Kooperation in einer Person
Hauptinitiator dieser beispielhaften Fachtagung war Manfred Hagedorn als stellvertretender Leiter des Schulverwaltungsamtes und Leiter des Bildungsbüros, der aber auch ehrenamtlicher Vorsitzendender der Dortmunder Turngemeinde (DTG) ist: “Wir als Mehrsparten-Sportverein erproben modellhaft neue Wege für den organisierten Sport in Kooperation mit der Stadt, den beteiligten Sportverbänden und den Partnerschulen in unserem Einzugsbereich. Damit beteiligen wir uns partnerschaftlich am Programm NRW bewegt seine KINDER!“.

„Wirbelwind“ in der Bildungskette
Dass die DTG nicht nur in den eigenen Reihen denkt, zeigt sich auch an der Tatsache, dass der Verein seit 2004 Träger eines anerkannten Bewegungskindergartens ist: „Der Bewegungskindergarten 'Wirbelwind' ist als Grundvoraussetzung für uns auch ein Glied in einer sogenannten 'Bildungskette'. Hier wird durch Bewegungsförderung auch kognitive Bildung ermöglicht, d.h. es gibt vielfältige Verbindungen z.B. zur Sprachbildung und zur Mathematik“, erläutert Hagedorn.

Neu: Fachverband Turnen im SSB
Und als wäre es nicht genug der Aktivitäten ist Manfred Hagedorn auch noch Vorsitzender des Westfälischen Turnerbundes. In dieser Funktion hat er mit daran gewirkt, dass es im SSB Dortmund jetzt ein neues Mitglied gibt: den Fachverband Turnen. „Als Fachverband haben wir einen Verein gegründet und sind jetzt außerordentliches Mitglied im Stadtsportbund und damit fest verankert und näher am Sportgeschehen in Dortmund als vorher in der Fachschaft.“

„FABIDO“ verpflichtet Erziehende
Auf dem Markt der Möglichkeiten boten zahlreiche „Bewegungs- und Bildungsorganisationen“ durch Fachliteratur und Informationsmaterial eine Plattform, um sich intensiv zum Thema „präventiver Kinder- und Jugendsport“ und Sport und Bildung auszutauschen. Neben Fachkräften aus Kitas, Grund- und weiterführenden Schulen, Mitarbeitende im Ganztag und Übungsleiterinnen und Übungsleiter aus Dortmunder Sportvereinen kamen zum Fachtag in Dortmund auch gleich vier Klassen von angehenden Erzieherinnen und Erziehern aus dem nahen Gisbert-von Romberg Berufskolleg. Die waren übrigens von „FABIDO“, dem Träger der städtischen Kitas, zu diesem Fachtag „dienstverpflichtet“ worden.

Berufskolleg und SSB arbeiten eng zusammen
Sozialpädagogik- und Sportlehrerin Irma Aehling, die schon seit 17 Jahren die angehenden Erzieherinnen und Erzieher im Bereich Bewegungsförderung am Berufskolleg ausbildet, war vom Fachtag begeistert: „Wir arbeiten schon lange ganz intensiv mit dem Stadtsportbund zusammen. Das zeigt sich darin, dass wir nicht nur die LSB-Ausbildungen ‚Bewegungserziehung‘ und ‚Bewegung, Spiel und Sport im Ganztag‘ sowie den Übungsleiter C-Schein machen, sondern auch an solchen Veranstaltungen gern teilnehmen. Denn bei uns spielt Sport und Bildung in der Ausbildung eine große Rolle“.

Kibaz ermöglicht Beobachtung
Dazu könnte auch demnächst das Kinderbewegungsabzeichen (Kibaz) gehören, denn als Irma Aehling auf der Tagung das Kibaz der Sportjugend NRW und die Variationen der Fachverbände entdeckte, hatte sie sofort eine Idee: „Wir haben ja in den Ausbildungen einen inhaltlichen Schwerpunkt, Bewegungsverhalten zu beobachten. Die einzelnen Bewegungsstationen des Kibaz würde einen guten Rahmen bilden um zu üben, wie die angehenden Erzieher und Erzieherinnen Kinder in ihrer Bewegung beobachten, bewerten und sie in ihrer weiteren Entwicklung fördern können“.

Kita, Schule und Verein
Und da das Berufskolleg mit einigen Bewegungskindergärten in Dortmund sowieso zusammenarbeitet, liegt die ursprüngliche Idee des Kibaz als „Event“ für die Sportlehrerin ganz nah: „Einer der Bewegungskindergärten liegt direkt vor uns auf dem Schulhof und da könnte ich mir vorstellen, dass wir das Kibaz mit der Kita, dem kooperierenden Sportverein und den Schülerinnen und Schülern des Berufskollegs durchführen. Und davon würden alle wunderbar profitieren.“

Ulrich Beckmann
Fotos: Jan Weckelmann/Ulrich Beckmann