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Hauptausschuss der Deutschen Sportjugend

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dsj Hauptausschuß

Hauptausschuss der Deutschen Sportjugend

Der Hauptausschuss der Deutschen Sportjugend hat Ende Oktober 2019 in Hamburg getagt und aktuelle Themen in den Blick genommen. Speziell die Situation der Freiwilligendienste, Maßnahmen zur Prävention sexualisierter Gewalt und das Aufstehen gegen Rechtsextremismus waren zentrale Themen der Veranstaltung.

Sorge um Freiwilligendienste
Der 1. Vorsitzende der dsj, Jan Holze, brachte dabei seine Sorge um die Fördersituation für Freiwilligendienste wie das Freiwillige Soziale Jahr und den Bundesfreiwilligendienst im Sport zum Ausdruck: „Ich bin besorgt. Der Bedarf an Angeboten ist enorm, aber ich vermisse die politische Unterstützung.“ Der Bundeshaushalt sei eine kalte Dusche gewesen. Holze wünscht sich ein verlässliches Signal: „Wir brauchen eine dauerhafte, verlässliche Förderung, damit wir die Freiwilligendienste so ausbauen können, wie es notwendig ist.“

Prävention sexualisierter Gewalt
Der dsj-Vorsitzende sprach ebenso den Umsetzungsstand von Maßnahmen zur Prävention sexualisierter Gewalt in den Mitgliedsorganisationen an. Das dsj-Stufenmodell zeige, dass sich der gemeinnützige, organsierte Sport diesem Thema ernsthaft widme, und er sei zuversichtlich, dass bis 2022 von den Mitgliedsverbänden alle Anforderungen erfüllt würden. Dennoch sei er enttäuscht, wie diese enormen Anstrengungen bisher in der Öffentlichkeit dargestellt würden, zu sehr dominierten einzelne Fälle die Wahrnehmung. Nach dem dsj-Stufenmodell sind von den Mitgliedsorganisationen sukzessiv steigende Mindeststandards hinsichtlich der Prävention sexualisierter Gewalt zu erfüllen.

Finanzielle Unterstützung für den Jugendsport
Die dsj knüpft zudem die Weiterleitung öffentlicher Mittel für den Jugendsport an die Erfüllung dieser im Stufenmodell festgelegten Mindeststandards. „Wir werden nicht umhinkommen, dieses Thema auch in den kommenden Jahren mit besonderer Aufmerksamkeit zu verfolgen“, sagte Holze. Auch hier rief er die politisch Verantwortlichen zu mehr finanzieller Unterstützung auf: „Wir sind überzeugt davon, auf dem richtigen Weg zu sein, sind aber noch nicht so kraftvoll aufgestellt, wie wir es uns als Dachverband wünschen würden.“


Appell für noch mehr Courage
…Der 2. Vorsitzende der dsj Benny Folkmann verwies auf die Erfolge im Handlungsfeld „Sport mit Courage“, wo die dsj ihre Maßnahmen für Demokratieförderung bündelt, warnte jedoch gleichzeitig eindringlich und wandte sich dafür direkt an die Zuhörenden: „Ich darf Euch trotz all dieser tollen Projekte mit weit über die Maßen leidenschaftlich engagierten Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern etwas sagen: Es reicht nicht. Es reicht nicht annähernd!“ Folkmann stellte auch mit Blick auf den Anschlag am 9. Oktober in Halle heraus: „Wir haben seit Jahren ein massives Problem mit rechtsextremer Gewalt in diesem Land.“ Als größte zivilgesellschaftliche Bewegung mit zehn Millionen Kindern, Jugendlichen und jungen Menschen trage der organisierte Sport eine besondere Verantwortung. Folkmann appellierte an die Delegierten der Mitgliedsorganisationen: „Nutzt Eure Fähigkeiten, nutzt Eure Netzwerke, nutzt Eure Strahlkraft, nutzt die Kraft des Sports. Steht auf gegen Hetze, seid laut gegen Rassismus und Antisemitismus!“
 

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Foto: dsj

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