NRW bewegt seine KINDER!

Ein Programm von Landessportbund, Sportjugend NRW und den Verbänden und Bünden in Nordrhein-Westfalen, mit dem die Bewegungs-, Spiel und Sportangebote für Kinder und Jugendliche weiter ausgebaut werden - mit Schwerpunkt auf der Kooperation von Sportvereinen mit Kitas und Schulen.

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NRW bewegt seine KINDER!

Der Landessportbund und die Sportjugend NRW sowie die Fachverbände und Bünde mit ihren Jugenden haben das Programm NRW bewegt seine KINDER! entwickelt, um Kindern und Jugendlichen mehr Bewegung, Spiel und Sport zu ermöglichen und den Kinder- und Jugendsport in den Vereinen durch Kooperationen von Sportvereinen mit Schulen und Kindergärten im kommunalen Netzwerk zu sichern. 120 Fachverbände und Bünde, 160 hauptberufliche Mitarbeiter und 12.000 Sportvereine  realisieren dieses Programm seit 2010. Ursprünglich bis 2020 terminiert, wird das Programm aufgrund der Zielvereinbarung „NR1: Sportland Nordrhein-Westfalen“ bis 2022 weitergeführt.

Ziele und Zwischenbilanz des Programms bis 2020

Rückblickend ist die Einführung des Ganztags in den Schulen immer noch eine große Herausforderung für den organisierten Sport in NRW. Daneben hat das Verbundsystem des Sports aus Sportvereinen, Bünden und Verbänden zusammen mit Partnern die lokalen Bildungslandschaften in den letzten Jahren soweit belebt, dass der Sport auf einem guten Weg ist, mehr und mehr als Bildungspartner anerkannt zu werden. Dazu dienten viele Maßnahmen und Programme, die in den letzten fünf Jahren erfolgreich durchgeführt wurden, u.a.:

Ansprechpartnerin

Judith Blau
Ressortleitung Kinder- und Jugendsportentwicklung
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  • Die Zahl der Kindertageseinrichtungen mit dem Gütesiegel „Anerkannter Bewegungskindergarten des Landessportbundes NRW“  wurde von 770 auf 920 ausgebaut.
  •  Die Sportvereine in NRW haben in den letzten fünf Jahren dafür gesorgt, dass die Zahl der am Kinderbewegungsabzeichen NRW (Kibaz)  teilgenommenen Kinder von 18.000 auf 122.000 gestiegen ist.
  • An über 1200 Schulen in NRW wurden jedes Jahr durchschnittlich über 7.000 Schüler*innen zu Sporthelfer*innen  ausgebildet.
  •  Die Zahl der J-Teams  in Fachverbänden und Bünden wurde auf rund 450 gesteigert.
  • Zur Unterstützung und Koordinierung von ehrenamtlichen Aktivitäten im Sportverein wurde ein onlinebasiertes „Ehrenamtsportal“ eingeführt.
  • Die Freiwilligendienste leisten einen festen Beitrag zur Qualitätssteigerung der Arbeit von Sportvereinen, Bünden und Fachverbänden. Jährlich wurden dort über 500 Freiwillige eingesetzt und ein landesweites Sprecher*innen-System installiert.
  • Das dezentrale Fachkräftesystem mit 73 halben Stellen bei den Stadt- und Kreissportbünden und Fachverbänden (s.u.) wurde nachhaltig gesichert. Durch das vernetzte Handeln der Fachkräfte untereinander, zwischen Fachkräften und staatlichen Beraterinnen und Beratern im Schulsport (Tandems) sowie in den Gremien/Strukturen der lokalen Bildungslandschaften hat es sich qualitativ weiterentwickelt.

Fachkräfte unterstützen bei der Umsetzung

Für die Umsetzung des Programms haben der Landessportbund und seine Sportjugend mit Unterstützung der Landesregierung insgesamt 73 halbe Stellen bei den Bünden und Verbänden in NRW geschaffen. Zentrale Aufgabe der Fachkräfte ist es, die Zusammenarbeit von Sportvereinen und Schulen sowie Kindertagesstätten anzubahnen und zu unterstützen.

Gelebtes Netzwerk
Rund zwanzig Fachkräfte NRW bewegt seine KINDER! und Fachkräfte für Jugendarbeit der Verbände haben im Rahmen eines selbstorganisierten Arbeitskreises einen „Steckbrief“ erarbeitet, der das eigene Profil zur Kinder- und Jugendarbeit im Verband skizziert. Er soll den Mitarbeiter*innen in den Stadt- und Kreissportbünden im Sinne eines gelebten Netzwerkes die Möglichkeit bieten, Informationen zu aktuellen Projekten, Aus- und Fortbildungen u.v.m. auf einen Blick zu erhalten. Zudem können sie bei sportartspezifischen Fragen von Sportvereinen gezielt zu den jeweiligen Ansprechpartner*innen der Fachverbände vermitteln.

Schwerpunkt I - Kindertagesstätten & Kindertagespflege

Im Rahmen des Programms sollen die Zahl und die Qualität der Kooperationen von Sportvereinen mit Kindertagesstätten und Kindertagespflege sowie Familienzentren auch unterhalb eines Gütesiegels "Anerkannter Bewegungskindergarten  des Landessportbundes NRW" erhöht werden. Im Programm „Anerkannter Bewegungskindergarten des Landessportbundes NRW“ ist Bewegungsförderung als pädagogischer Schwerpunkt verankert und die Kooperation zwischen Sportvereinen und Kindertageseinrichtungen eine wesentliche Grundlage. Weitere zentrale Maßnahmen bis 2022:

  • Die Zahl der Kindertageseinrichtungen mit dem Gütesiegel „Anerkannter Bewegungskindergarten des Landessportbundes NRW“ (ABK) wird auf 1.000 ausgebaut.
  • Die Einhaltung der Qualitätsstandards im Programm ABK wird durch das Koordinierungs- und Beratungsstellensystem gesichert.
  • Landessportbund und Sportjugend NRW konzipieren zusammen mit den Mitgliedsorganisationen 3.000 Qualifizierungsangebote für den Bildungsbereich „Bewegungsförderung“.
  • Die Qualität der Zusammenarbeit von Sportvereinen mit Kindertageseinrichtungen und Kindertagespflege wird im Verbundsystem und im Dialog mit anderen Bildungsakteuren ausgebaut, gesichert und öffentlichkeitswirksam präsentiert.
  • Verbände entwickeln gemeinsam sportartspezifische altersgemäße Praxiskonzepte.

Ansprechpartnerin: Judith Blau, Judith Blau@lsb.nrw

 

Schwerpunkt II - Außerunterrichtlicher Schulsport & Ganztag

Schule nimmt im Leben der Kinder und Jugendlichen eine zentrale Rolle ein. Durch die Entwicklungen des Ganztag sind viele Kinder und Jugendliche bis in den (späten) Nachmittag in der Schule. Im Schuljahr 2017/2018 nehmen 45 % aller Grundschüler*innen Angebote des hauptsächlich offenen Ganztags wahr. In der Sekundarstufe I besuchen 53 % aller Schüler*innen eine gebundene Ganztagsschule.

Die Entwicklung der Ganztagsschulen in NRW hat dazu geführt, dass an nahezu allen dieser Schulen zusätzliche Sportangebote realisiert werden (Primarstufe 99,5 %, Sek I 96,7 %). Das Programm NRW bewegt seine KINDER! sorgt u.a. dafür, daß möglichst viele Sportangebote im Ganztag von Sportvereinen angeboten werden. Weitere Maßnahmen bis 2022:

  • Schulen und Sportvereine werden bei Kooperationen durch die Koordinierungsstellen "Ganztag"  informiert, beraten und unterstützt.
  • Der Stand der Kooperationen im Ganztag der Sekundarstufe I wird analysiert.
  • Das bisherige Förderprogramm „Schulsportgemeinschaften“wird neu aufgelegt. Der Fokus liegt auf der Kooperation von Sportvereinen und Schulen.
  • Neue Organisationsmodelle des organisierten Sports für Kooperationen mit Schulen werden erprobt.
  • Es werden Musterverträge und ein Umsetzungsleitfaden bereitgestellt, um den Abschluss lokaler Generalverträge zu forcieren.
  • Modelle zum Übergang von Sporthelfer*innen in den Verein werden entwickelt, erprobt und gefördert.
  • Mit dem Schulministerium und den Ganztagsträgern werden Rahmenbedingungen für einen gemeinsamen Fortbildungsbesuch verschiedener Professionen geschaffen.

Ansprechpartnerinnen: Susanne Ackermann, Tel. -954, Susanne.Ackermann@lsb.nrw

Schwerpunkt III - Kinder- und Jugendarbeit im Sportverein

Zentrale Aufgabe  ist es, den Organisationsgrad der Kinder und Jugendlichen zu halten und vor allem für die Zielgruppe der unter 7-jährigen Kinder neue Vereine zu gewinnen. Eine besondere Herausforderung stellen Qualifizierung, Beteiligung und Einsatz junger Ehrenamtlicher in Sport, Jugendhilfe und Schule dar. Die Beratungs-, Aus- und Fortbildungsangebote für Vereinspraxis und Vereinsmanagement müssen passgenau zugeschnitten und flächendeckend angeboten werden. Hier die Maßnahmen des Programms NRW bewegt seine KINDER! bis 2022:

  • Die Zahl und die Qualität der Kooperationen von Sportvereinen mit Kitas und der Kindertagespflege soll erhöht werden.
  • Vereine werden beraten, um die Mitgliederzahlen stabil zu halten.
  • Fachverbände unterstützen die Vereine durch die Entwicklung praxisnaher Konzepte, auch unter Berücksichtigung von Elternmitwirkung.
  • Im Projekt „Vereinsentwicklung 2020“  stehen die Sportvereine im Mittelpunkt und sind aufgerufen, ihr eigenes Profil zu entwerfen und es genauer unter die Lupe zu nehmen.
  • Die Sportvereine werden bei der Profilierung als „Bildungsakteur“ und „Bildungspartner“ begleitet, z.B. bei der Umsetzung von Mitgliedschaftsmodellen.
  • Die Ausbildungskonzepte Übungsleiter*in-C Ki/Ju, JuniorManager*in, und Vereinsmanager Jugend werden neu entwickelt
  • Die Zertifikatsausbildungen "Jugenderholung/Ferienfreizeiten" und "Sport und Erlebnis" werden konzipiert und angeboten.

Ansprechpartnerin: Judith Blau, Judith Blau@lsb.nrw

Schwerpunkt IV - Kommunale Steuerung/Netzwerkarbeit

Kern dieses Schwerpunktes ist der Ausbau der Vernetzung des zivilgesellschaftlichen Sports als Bildungsakteur und Bildungspartner nach innen – in das Verbundsystem des NRW-Sports – und nach außen – in die lokalen Bildungslandschaften. Insgesamt geht es darum, die Handlungsfähigkeit der Stadt- und Kreissportbünde und der Fachverbände auf der lokalen Ebene zu stärken – z. B. durch die Initiierung, Begleitung, Dokumentation und Veröffentlichung von Modellen. Hier die zentralen Maßnahmen bis 2022:

  • Das Fachkraftsystem in den Bünden und Fachverbänden wird enger verzahnt, quantitativ ausgeweitet, qualitativ weiterentwickelt und langfristig abgesichert.
  • Die inhaltlichen und politischen Verantwortlichkeiten von Bünden, Fachverbänden, SSV/GSV und Fachschaften für die erfolgreiche Umsetzung des Programms sind geklärt und werden synergetisch genutzt.
  • Ansätze zu einer kommunal abgestimmten Kinder- und Jugendsportentwicklung sind unter Beteiligung aller relevanten Akteure entwickelt.
  • Auf der Basis der Formel 3+2+X erfolgt eine institutionenübergreifende Bestandsaufnahme, Planung und bedarfsgerechte Weiterentwicklung des Kinder- und Jugendsports,
  • Es werden kommunale Vernetzungsprojekte erprobt und evaluiert, zum Beispiel im Rahmen von "Sportplatz Kommune"
  • Das Verbundsystem positioniert sich für die Mitarbeit als Bildungsakteur und Bildungspartner in der lokalen Bildungslandschaft.
  • Die Basisdaten werden für die Steuerung der Kinder- und Jugendsportentwicklung in der lokalen Bildungslandschaft regelmäßig erhoben und für die lokale und landesweite Berichterstattung genutzt.

Ansprechpartnerin: Susanne Ackermann, Tel. 0203 7381-954, Susanne.Ackermann@lsb.nrw