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"Es gibt nichts Gutes, außer: Man tut es.“

| Allgemein (Sportjugend)

Eine digitale Gedenkstättenfahrt nach Weimar und Buchenwald

Vom 18. bis zum 21. März durften 15 junge Menschen unter der Leitung von Jupp Hahnrath und Lioba Behrens von der Sportjugend NRW mehr über die Gedenkstätte Weimar/Buchenwald erfahren. Während dieser Zeit gab es viele verschiedene Assoziationen, die die Teilnehmer*innen zu der Gedenkstätte hatten: Leid, Angst, Terror, Tragödie, Kälte, Fehler, Menschenverachtung, Nationalsozialismus und Rassismus.

Den ersten Tag haben wir genutzt, um uns kennenzulernen und etwas mehr über die Geschichte und Kultur zu lernen. Außerdem haben wir etwas über berühmte Menschen erfahren, die vor Ort in Weimar gelebt oder gelehrt haben. Wie beispielsweise Franz Liszt. Er war ein ungarischer Komponist, Pianist, Dirigent, Theaterleiter, Musiklehrer und Schriftsteller mit deutscher Muttersprache. Er war der Oberleiter der Hofkapelle in Weimar. Die Hochschule in Weimar ist nach ihm benannt, weil er die Idee hatte, eine Musikhochschule zu gründen.

Es gab eine spannende Art und Weise, in der ich einige der Teilnehmer*innen besser kennenlernen durfte - nämlich mit einem „Walk-and-talk“. Beim Spaziergang haben wir erfahren, welche Person wir als nächstes anrufen mussten. Dann haben wir durch bestimmte Fragen, die vor dem Anruf in die Gruppe gestellt wurden, ein Gespräch aufgebaut. Die Gruppen wurden alle 10 Minuten geändert.

Die weiteren Tage
Am Freitag wurden wir in Kleingruppen aufgeteilt und mussten anhand von unterschiedlichen Materialien gemeinsam recherchieren und uns anschließend über die Ergebnisse austauschen. Später im Tagesverlauf haben alle Teilnehmer *innen eine thematische Hinführung über das Konzentrationslager und die Menschen in Buchenwald bekommen.

Fußballnationalspieler Julius Hirsch
Am Samstag Tag haben die Teilnehmer*innen etwas über den zweimaligen deutschen Fußballmeister Julius Hirsch erfahren und wie sein Ausstieg aus dem Karlsruher FV lief. Er hatte durch die Zeitung „Sportbericht Stuttgart“ erfahren, dass am 10 April 1933 alle Juden aus den Sportvereinen zu entfernen waren. Julius Hirsch war schockiert. Noch am selben Tag schrieb er einen Brief, in dem er seinen Austritt aus dem Verein erklärte. Außerdem hatte die Gruppe nochmal die Chance, sich über die Biografien der Jewish Allstars „Deutsche Sportidole zwischen Erfolg und Verfolgung“ auszutauschen.

„Alle Menschen akzeptieren“
Am letzten Tag haben wir Informationen rund um den Freiwilligendienst im Sport bekommen, über die Initiative „Demokratie und Respekt“ sowie über bewegende Zitate von berühmten Personen gesprochen. Ich fand zwei Zitate ganz besonders:
1. „Wer nur um den Gewinn kämpft, erntet nichts, wofür es sich zu leben lohnt.“
2. „Es erscheint immer unmöglich, bis man es gemacht hat.“

Es folgte der Abschied: In diesen vier Tagen hatte ich sehr viel Spaß und konnte eine Menge lernen. Zwischendurch hatte ich auch gemischte Gefühle, manchmal war ich dann einfach sprachlos und hatte Gänsehaut von den Geschichten oder den Sachen, die die Menschen durchmachen mussten, nur weil sie anders waren, eine andere Religion hatten oder auch einfach anders aussahen. Damit das niemals wieder passiert, dass Menschen in so einer schlimmen Zeit – voller Angst und Schrecken – leben müssen, müssen wir alle Menschen einfach so akzeptieren, wie sie sind. Egal ob muslimisch, christlich oder jüdisch. Egal ob dunkelhäutig oder hellhäutig. Denn: "Es gibt nichts Gutes, außer: Man tut es.“

Ein Erfahrungsbericht von Malika Mamadou (15) im Rahmen ihres Schülerpraktikums

 

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