Zum Hauptinhalt springen

Artikel

Bundesjugendspiele künftig wieder auch als Wettkampf an Grundschulen geplant

| Allgemein (Sportjugend)

Sportjugend NRW-Geschäftsführer Knoch: „Werte, Regeln und Normen sind für Kinder auf rein spielerischer Basis kaum zu erlernen“


Als Wettbewerb oder doch wieder als Wettkampf: Dass für die Bundesjugendspiele in der Grundschule künftig wieder zwischen beiden Varianten gewählt werden kann, trifft auch bei der Sportjugend NRW auf Zustimmung. „Kinder sollten möglichst früh Werte, Regeln und Normen lernen. Dies ist aber auf rein spielerischer Basis kaum möglich. Es gehören eben auch konkrete Erfahrungen mit Erfolgen und Misserfolgen dazu, die für das spätere Leben prägend sind“, begrüßt Sportjugend NRW-Geschäftsführer Tobias Knoch die vor kurzem beschlossene Anpassung der zuletzt kontrovers diskutierten Regelung.

Vor allem für ihr eigenes Gespür, ob sie etwas schaffen oder nicht, bräuchten Kinder reale Prüfungs- und Wettbewerbssituationen, ergänzt Knoch, der als LSB-Vorstand auf einen weiteren Aspekt hinweist: „In der Kindheit entwickelt sich ein individuelles Leistungsmotiv, das die Persönlichkeit von Menschen und deren Einstellung zur Erbringung von Leistungen entscheidend prägt. Dabei kommt es darauf an, sich selbst realistische Ziele zu setzen, die einerseits nicht zu ambitioniert und andererseits nicht zu leicht erreichbar sein dürfen - zum Beispiel bei den Disziplinen der Bundesjugendspiele.“ Darüber hinaus gehe es aber noch um einen ganz anderen Auftrag: „Bewegung, Sport und körperliche Aktivität müssen generell wieder stärker im schulischen Alltag und in der Lebenswelt von Kindern und Jugendlichen verankert werden.“

Auch der Vorsitzende der Deutsche Sportjugend, Stefan Raid, hatte in einem Kommentar verdeutlicht: „Aus meiner Sicht geht es über die legitime Debatte rund um die Bundesjugendspiele hinaus um die zentrale Frage, ob wir Kindern und Jugendlichen überhaupt die Voraussetzungen bieten, regelmäßig Sport zu treiben, Freude an Bewegung zu entwickeln und vielfältige sportliche Erfahrungen zu sammeln. Ich befürworte weiterhin die Durchführung in der Grundschule als Wettbewerb. Diese Form ermöglicht aus meiner Sicht mehr Bewegungszeit für die Kinder und setzt stärkere Anreize zur aktiven Teilnahme. Denn als Gesellschaft müssen wir unseren Kindern vermitteln, dass sich Leistung lohnt und Anstrengung etwas Positives ist.“


Bild: LSB NRW / Andrea Bowinkelmann

Zurück